Der Inhalt dieser Seite ist zwangsläufig geprägt durch die Utopie für die ich mich einsetze.
Ich würde mich selbst am ehesten als kommunistischer Anarchist oder anarchistischer Kommunist bezeichnen, finde jedoch das Labeln von politischen Einstellungen und Praxen sehr beschränkt und manchmal kontraproduktiv. Es sagt fast nichts über Inhalte aus, führt aber oft dazu, dass Leute sich spontan von etwas distanzieren oder soliadarisieren, ohne genau zu wissen was eigentlich gemeint ist.
Daher möchte ich an dieser Stelle in Kurzform die Grundzüge der von mir angestrebten Gesellschaftsform darstellen:

Grundzüge einer Befreiten Geselschaft

Wirtschaft

Die Produktionsmittel sind vergesellschaftet. Dies hat nichts mit Verstaatlichung zu tun, sondern bedeutet, dass die Belegschaften die Betriebe selbst verwalten, mit dem Ziel auf ihrem Gebiet die materiellen Bedürfnisse der Menschen sozial und ökologisch verträglich zu befriedigen.
Andere von der Produktion betroffene (z.B. Verbraucher_innen oder von Lärm Betroffene) haben bei den für sie relevanten Entscheidungen zumindest Mitspracherecht.

Der in einer Gesellschaft produzierte Reichtum steht allen ihrer Mitglieder gleichermaßen zur Verfügung. Inwieweit dafür eine Gegenleistung erbracht wird wird nicht überprüft, da die Menschen aus eigenem Antrieb gesellschaftlich sinnvolle Arbeit verrichten.

Dies impliziert die Abschaffung des Privateigentums, nicht aber des Besitzes. Das heißt z.B. wenn es genug Fahrräder gibt und jemand möchte das von ihm/ihr benutzte nicht mit anderen teilen, dann ist das legitim.

„Politik“

Der Staat ist abgeschafft. Das Zusammenleben der Menschen wird nicht mehr von Oben organisiert, sondern von den Menschen selbst und von Unten nach Oben. Hierarchien, Zwänge und Gewalt spielen für das Zusammenleben der Menschen keine Rolle mehr.
Hierfür sind verschiedene Organisationsmodelle denkbar (eines von vielen ist z.B. das Rätesystem). Die unterschiedlichen Modelle können nebeneinander existieren und sich ergänzen.

Das alles bedeutet streng genommen das Ende der Politik, daher steht die Überschrift in Anführungsstrichen.

Soziales

Völker und Nationen wurden als das erkannt was sie sind:
Soziale Konstrukte denen die Menschen passiv zugeordnet werden, die nach Innen normierend und nach Außen ausgrenzend wirken (was für viele Diskriminierung oder sogar den Tod bedeutet), die gemeinsame Interessen suggerieren wo eigentlich Feindschaften bestehen (z.B. zwischen Kapitalist und Arbeiter_innen) und Selbstorganisation und Solidarität behindern wo dies eigentlich notwendig ist (z.B. den Betroffenen der selben Herrschaftsformen auf allen Seiten der Grenzen).
Nachdem dies klar wurde, waren Volk und Nation bald Geschichte.

Das Selbe passierte mit dem Patriarchat und seinen Normen der Vorherrschaft des männlichen Geschlechts, der Zweigeschlechtlichkeit und der Eingrenzung der akzeptierten Sexualitäten.

Generell werden alle Existenzweisen akzeptiert solange sie andere nicht in ihrer Freiheit einschränken. Die Verhaltensweisen der Menschen werden nicht mehr durch diskursive Zuschreibungen und Normierungen kontrolliert. Kollektive bilden sich aufgrund gemeinsamer Interessen und nicht durch passive und zwangsweise Zuordnung durch Dritte von außen.

Umwelt und Ethik

Das Recht auf Freiheit und Leben wurde auch für nicht-menschliche Tiere durchgesetzt. Hierbei wurde jedoch nicht verleugnet, dass die Freiheit der Menschen aufgrund der Kultur über die Freiheit der anderen Tiere weit hinaus geht.
Es wurde erkannt, dass „der Mensch“ so nicht existiert sondern ein Produkt von Kultur und Sozialisation ist. Dementsprechend wird nicht mehr versucht, eine klare Grenze zwischen menschlich und nicht-menschlich zu ziehen, da dies nur die Normierung der Eingeschlossenen und Gewalttätigkeit gegenüber den Ausgegrenzten rechtfertigt.
Daraus resultierend wurde ein Verhältnis zur Natur etabliert, dass jenseits technologischer Naturbeherrschung aber auch blinder Naturverfallenheit liegt.

Wie diese Gesellschaft im Detail aussehen wird, hängt von allen beteiligten Individuen ab, und kann daher nicht auf dem Papier geplant werden.
Es ist naheliegend, dass eine solche Gesellschaft geprägt sein wird durch die Prinzipien der individuellen Selbstbestimmung, der kollektiven Selbstorganisation und der gesellschaftlichen Solidarität.
Fest steht, dass auf dem Weg hierhin hierarchische Organisationsmodelle und die Übernahme der staatlichen Gewalt in jedem Fall kontraproduktiv wirken werden.