WM-Nationalismus 2 Todesopfer und mehr Absurditäten

Es ist zwar sicher nichts, was die Mehrzahl der wildgewordenen, enthemmmten NationalistInnen auf der Straße gutheißen würde. Aber es zeigt sehr deutlich die extremeren Formen, die der aktuell grasierende Nationalismus annehmen kann: In Hannover hat ein Deutschland-Fan zwei Italien-Fans hingerichtet – nach einem Streit über „ihre“ nationalen Fussballteams.

In vielerlei Hinsicht bemerkenswert ist auch dieser Artikel im selben Blatt, in welchem es um das Entfernen von Deutschlandfahnen von fremden Autos durch Antinationalist_innen geht. Erfreulich, dads eine bürgerliche Zeitung noch den Begriff „linksradikal“ verwendet, der ja im Rahmen des Extremismus-Diskurses fast überall gegen „linksextrem“ ausgetauscht wurde. Auch bemerkenswert viel Inhalt, gemeßen an Zeitung und Thema. Herrlich auch der O-Ton eines Betroffenen: „Was hat das mit Politik zu tun, wenn man die deutsche WM-Mannschaft durch das Anbringen der Fahne unterstützt?“ – Vermutlich bringen Bundestag und Bundeswehr an ihren Gebäuden/Uniformen ebenfalls diese Fahnen an, weil sie die WM-Mannschaft unterstützen wollen… Belustigend auch, wie ein hannoveraner Lokalblatt nicht über abgerissene Deutschlandfahnen schreiben kann, ohne ein gefühltes Fünftel des Artikel dem berliner Bezirk Neukölln zu widmen. Peinlich und ganz im Sinne des Extremismus-Diskurses ist es, dass die HAZ offenbar nichts über Linksradikale schreiben kann, ohne im selben Atemzug Aktivitäten von Faschisten zu erwähnen. Bemerkenswert auch die Diskussion zum Artikel: Der deutsche Volksmob, dank fehlender sozialer Kontrolle im Netz völlig enthemmt und auf aller niedrigsten Niveau, dazwischen ein paar „echte“ Nazis und offenbar ein paar Nationalismuskritiker_innen die nicht erkannt haben, dass dies definitiv nicht der richtige Ort für Diskussionen ist. Ich rate an dieser Stelle davon ab, die erwähnte Diskussion ernsthaft zu verfolgen. Tut was Sinnvolles mit eurer Zeit!


1 Antwort auf „WM-Nationalismus 2 Todesopfer und mehr Absurditäten“


  1. 1 punkZ 07. Juli 2010 um 12:51 Uhr

    »Never argue with an idiot. He brings you down to his level and beats you with experience.«

    leider hört, wo fussball anfängt, bei vielen das denken und die diskussionsbereitschaf auf.

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